Das Hauptproblem, das dieses Gemälde zeigte, war die Ablösung der Farb- und Vorbereitungsschicht vom Bildträger, was auf zwei Ursachen zurückzuführen war: – Im oberen und mittleren Bereich der zentralen Figur wies die Malschicht starke Risse auf, was das Ablösen der Schicht verursachte. Wahrscheinlich ist dies durch alterungsbedingtes Material sowie Leinwandspannung und Materialschwächung aufgrund von Temperatur- schwankungen und Feuchtigkeit im Laufe der Zeit entstanden. – Im unteren Bereich des Gemäldes waren schon große Verluste der Malschicht und Vorbereitungsschicht entstanden und die Farbschicht, welche noch nicht verlorengegangen war, war stark in Mitleidenschaft gezogen. Ausgerechnet die problematischsten Bereiche wurden bereits in der vorherigen Intervention gekittet (verputzt), sodass zu den bereits beschriebenen Ursachen sicherlich noch weitere Faktoren dazu beigetragen haben, dass es erneut einen so schlechten Erhaltungszustand aufweist. Dies könnte auf die verwendeten Materialien oder Größe des verwendeten Stucks zurückzuführen sein, um die zu dem Zeitpunkt bereits vorhandenen Fehlstellen zu kitten. Um dieses Problem zu lösen, entschied man sich bei dieser Intervention für die Fixierung mit Harzen, die mit einer Heizspachtel aufgetragen wurden. Diese Prozedur löste zum einen das Problem der Ablösung der Farb- und Vorbereitungsschicht vom Bildträger und zum anderen wurden kleinere Verformungen, die auf der Leinwand entstanden waren, durch die Heizspachtel behoben. Nachdem die gesamte Oberfläche fixiert wurde, begann man mit der Reinigung der Leinwand, indem eine Firnisabnahme sowie Entfernung des restlichen Harzes, welches für die Fixierung verwendet worden war, vorgenommen wurde. Vor dem Kitten wurde als Zwischenschicht mit einem Pinsel eine Retuschierlackschicht aufgetragen. Anschließend wurden alle Fehlstellen, die durch den Verlust der Farb- und Vorbereitungsschicht entstanden waren, gekittet (verputzt). Danach wurde mit der farblichen Wiedereingliederung aller verputzten Fehlstellen und der kleinen Markierungen fortgefahren, die nach dem Glätten der Oberfläche übrigblieben, wo das Craquelé stärker ausgeprägt war. Im letzten Schritt wurde ein dünner pulverisierter Schlussfirnis aufgetragen.